Generalversammlung 2018: Starker Schulterschluss zwischen dem genossenschaftlichen Verbund und dem deutschen Fleischerhandwerk

Luxemburg/Frankfurt. Dass die Verbindungen und Synergien zwischen dem deutschen Fleischerhandwerk und der ZENTRAG eG, der Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes – traditionell, aber auch programmatisch und zukunftsorientiert – von grundlegender und wegweisender Bedeutung sind, dokumentierten Herbert Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, und Michael Boddenberg, Aufsichtsratsvorsitzender der ZENTRAG eG, unisono in ihren Wortbeiträgen im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung des genossenschaftlichen Verbundes, die jetzt mit rund 100 Teilnehmer*innen in Luxemburg stattfand.

Dohrmann verwies dabei auf die positiven Kernzahlen des deutschen Fleischerhandwerks im letzten Jahr, betonte aber auch, „dass in der Branche nicht immer eitler Sonnenschein herrsche.“ Positive Aspekte in der Gesamtbilanz verortete der Verbandspräsident nicht nur im letztjährigen Umsatzsprung des Handwerks in Höhe von rund 5 Prozent, sondern vor allem in der Tatsache, dass sich viele Fachbetriebe vorbildlich den neuen Konsumenten- und Marktverhältnissen angepasst hätten und darin auch aktive Zukunftsgestalter seien: „Es gibt immer wieder starke, innovative Macher, die handwerkliche Grundtugenden, ihre Kernkompetenz, Leistungsspezifika sowie ihr Image perfekt und unverwechselbar transformieren – und in neue Zeiten tragen, ohne dabei traditionelle Werte über Bord oder die Ladentheke zu werfen. So auch werden die Kernattribute, die Leistungseinmaligkeit und das Image des klassischen Handwerks vorbildlich aufgeladen und weiter getragen.“ Natürlich gäbe es weiterhin auch eher schattige Seiten in der Branche – etwa den Nachwuchs- oder Fachkräftemangel sowie Nachfolgeprobleme betreffend. Zudem ergänzte Dohrmann auch: „Natürlich ist es erfreulich, dass unsere Mitgliedsunternehmen weiter wachsen. Es werden zwar weniger, aber dafür nehmen jene Unternehmen, die am Markt sind und bleiben, wesentlich an Größe und Bedeutung zu. Dieser Trend verlangt aber auch von uns eine konsequente Anpassung im Leistungsgefüge und  in  der Organisationsstruktur. Es  entstehen zudem auch ganz neue Betriebe und  Betriebsformen. Diese Veränderungen betreffen dann auch die Kernfunktion und die Modifikationsagenda der ZENTRAG als elementare Einkaufs- und Dienstleistungsgruppe des Fleischerhandwerks.“ Aus traditionellen Werte neue Wertigkeiten, neue Perspektiven und Kooperationsstärken zu entwickeln – war ebenfalls das Credo von Boddenberg: „Die erfreulichen Zahlen aus dem Handwerk, aber auch jene, die die ZENTRAG und die ihr angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen betreffen, sind trotzdem kein Signal zum Ausruhen. Gerade die ZENTRAG ist eine wesentliche Klammer und Kompetenzzentrale, um Problem- und Aufgabenstellungen unserer Branche aus dem Verbund heraus, also auf der Basis eines ausgewiesenen Fach- und Sachverstandes im starken Team beruhend, anzugehen und zu lösen. Dies geschieht bereits auf vielen Ebenen, selbstverständlich in der direkten geschäftlichen Zusammenarbeit, aber natürlich auch in übergeordneten Themenbereichen. Unsere gemeinsame Chance besteht vor allem darin, diese solide Arbeits- und Wertegemeinschaft weiterhin wettbewerbs- und existenzfähig zu halten. Dies nicht in der Mitte, unten oder am Rande des Marktes und der Anforderungen, sondern möglichst ganz oben.“

„Mehrwerte schaffen“ war auch das Kernmotto und der Imperativ des ausführlichen Bilanzberichtes von ZENTRAG-Vorstandsprecher Anton Wahl, den er zu den wesentlichen Geschäftszahlen, Aktionsprogrammen und Perspektiven der Einkaufs- und Dienstleistungszentrale und der ihr angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen vortrug. Wahl betonte, dass die Geschäftsergebnisse aus 2017 nicht nur eine zahlenmäßige Auflistung im Rückblick seien: „Gerade daraus sind auch deutliche Handlungsmaxime für zukünftige Optimierungen und Potenziale abzuleiten. Es ist auch ein Ausblick, was wir als nächstes tun sollten und tun werden.“

Grundsätzlich konnte Wahl für das Geschäftsjahr 2017 ein positives Resümee ziehen: Die ZENTRAG eG und die ihr angeschlossenen 47 Wirtschaftsorganisationen setzten die positive Ertragsentwicklung der Vergangenheit fort und konnten diese sogar noch verbessern. Insgesamt erreichte die ZENTRAG eG ein Umsatzvolumen von 279,1 Mio. Euro, was einem Plus von 0,6 Prozent entspricht. Besonders positiv entwickelte sich das Eigengeschäft mit 112,6 Mio. Euro (Vorjahr: 109,6 Mio. Euro), die Steigerung betrug 2,8 Prozent. Im Zentralregulierungsgeschäft gab es mit einem Minus von 0,8 Prozent eine negative Entwicklung (insgesamt 166,5 Mio. Euro, Vorjahr 167,8 Mio. Euro). Maßgeblich beeinflusst wurde dieses Ergebnis durch die heterogene Entwicklung einzelner Wirtschaftsorganisationen und die verstärkte Erschließung  der neuen Kooperationspartner. In den Warenbereichen konnten die Segmente Fleisch mit 3,5 Prozent und Lebensmittel mit 2,7 Prozent zulegen. Die Bereiche Geflügel und Fleischereibedarf/Maschinen mussten Umsatzrückgänge von 1,7 Prozent bzw. 6,6 Prozent hinnehmen. Die für 2017 prognostizierten Umsätze wurden aufgrund der Umsatzausweitung bei Bestandskunden und Neukunden mehr als erfüllt. Das Jahresergebnis liegt mit 1,02 Prozent über dem geplanten Niveau. Der ZENTRAG-Bilanzgewinn lag 2017 bei 420.484, 62 Euro.

Entwicklung der Mitgliedsbetriebe ebenfalls auf gutem Niveau

Die Zahl der ZENTRAG-Mitglieder beträgt 95, darunter sind auch dem Fleischerhandwerk verbundene Verbände und Innungen. Die Umsatzentwicklung der angeschlossenen 47 genossenschaftlich strukturierten Großhandelsbetriebe (43 in Deutschland, 2 in Österreich, 1 in Luxemburg und 1 in Frankreich) war im Berichtszeitraum ohne die Schweiz und Irland mit einem Plus von 1,7 Prozent (Vorjahr: plus 1 Prozent) positiv. Der Gruppenumsatz aller angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen betrug 2017 inklusive Häuteverwertung, Dienstleistung und eventueller Produktion 860,7 Mio. Euro (Vorjahr: 846,5 Mio. Euro). Der durchschnittliche Jahresumsatz der 47 Genossenschaften konnte von 17,6 Mio. Euro auf 18,3 Mio. Euro gesteigert werden. Die Jahresumsätze der Wirtschaftsorganisationen variieren stark: In der Spitze liegen sie bei über 119 Mio. Euro, im unteren Bereich bei etwas über 560.000 Euro. Die ergebnismäßige Situation der einzelnen Wirtschaftsorganisationen im Berichtsjahr war im Regelfall gut bis zufriedenstellend. Die gesamte Beschäftigungszahl der Mitarbeiter*innen sank von 2423 Personen auf 2388 Personen. Die Höhe der Sachinvestitionen im Berichtszeitraum betrug rund 14,9 Mio. Euro (2016: 11,4 Mio. Euro) und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Umfangreiche Programmatik, Kernaktionen und Zukunftsprojekte

Wahl schlug abschließend auch einen programmatischen Bogen zu übergeordneten Kernthemen wie etwa Umwelt, Digitalisierung, veränderte Arbeitswelten, allgemeine Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel sowie im Außer-Haus-Verzehr und machte dabei deutlich: „Dies sind alles Prozesse, die auch uns durchaus fundamental betreffen und die wir von uns aus anpacken, lösen und gestalten müssen. Vieles ist diesbezüglich schon angeworfen, umgesetzt und etabliert worden. Dies muss intensiv und konsequent fortgesetzt werden – kategorisch, systematisch und vor allem auch kooperativ.“ Dazu skizzierte Wahl die markanten Maßnahmen, Projekte und Aktionen, die die ZENTRAG im zurückliegenden Geschäftsjahr neu geschaffen oder weiter optimiert hat. Dazu gehörten etwa das neue Gestaltungskonzept der Eigenmarke GILDE und die dazu eingeleitete kompakte Kommunikationskampagne; ebenso wie die Sortimentsüberarbeitung der „Gilde Produkte“ und die Weiterentwicklung des „FD-Sortiments“ für den Preiseinstieg. Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Aktionstools wie in Form wöchentlicher Online-Aktionen mit attraktiven Mengenbündelungen auf dem Portal der „ZENTRAG Aktionsbörse“ oder durch „Best Preis Angebote“. Positiv bewerte der ZENTRAG-Vorstandssprecher auch die Messekooperationen mit der AFMO eG, Arbeitsgemeinschaft freier Molkereiprodukten Großhändler, sowie die Teilnahme der ZENTRAG an zahlreichen Hausmessen der Genossenschaften und die Gemeinschaftspräsentationen auf den zentralen Fachmessen.  Im Fokus dieses Maßnahmen-, Aktions- und Servicekatalogs, so Wahl, stünde aber weiterhin die Digitalisierung, also hier vor allem die Fortentwicklung des „Gilde Online-Shops“ und auch das Angebot zur individuellen Installierung eines regionalen Online-Bestellservices sowie die Digitalisierung der Prozessabläufe.

Neuwahlen des Aufsichtsrates

Im Rahmen der Generalversammlung wurden Michael Boddenberg, Rudi Maulick, Marc Klaiber, Ansgar Nachtwey und Bernd Schwarze, die turnusgemäß aus dem Aufsichtsrat ausscheiden mussten, wieder in diesen hineingewählt. Neu in den Aufsichtsrat wurden Joachim Lederer (Landesinnungsmeister des Landinnungsverbandes für das Fleischerhandwerk in Baden-Württemberg) und Susan Hertel (Vorstandsmitglied der FLEIGENO-Genossenschaft in Plauen) berufen. Dem ZENTRAG-Aufsichtsrat gehören zudem an: Wolfgang Hartl, Martin Fuchs, Wilfried Morawitzky, Jens Neubauer, Volker Schmitt, und Rolf Strobel.

 

Weitere Informationen:

ZENTRAG eG, Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes
Vorstand Anton Wahl
Grüne Straße 40-42
60326 Frankfurt
www.zentrag.de

ZENTRAG-Pressestelle
Martin Heinen, Zweifaller Straße 246, 52224 Stolberg, Tel. 0049 172 160 1962, m.heinen@pr-heinen.de

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