
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Ereignisse in Japan zeigen zur Zeit wieder sehr drastisch, wie schnell sich Lebenssituationen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Zustände verändern können. Vielleicht ist Fukushima nur ein Extrembeispiel, aber der Blick um den Globus zeigt eine Vielzahl an Umwälzungen, Katastrophen, Kriegen und Problemen, die nicht mehr isoliert sind, sondern weitreichende Wirkungen haben. Bis zu uns, bis in unsere Geschäfte hinein – nicht mehr über Monate oder Jahre, sondern binnen Stunden werden die Konsequenzen sichtbar. Im Mittelpunkt dieser Veränderungen steht mehr und mehr die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Lebensmitteln. Und vor allem: Die Spekulation mit diesen. Noch stehen eher die Rohstoffe Weizen, Reis, Kakao im Focus der Tendenzen, allerdings fast auch immer verbunden mit dem Thema Fleischerzeugung/Fleisch. Diese Perspektiven und vor allem auch die Globalisierung und Konzentration auf Seiten der Erzeuger und des Handels verlangen auch von der ZENTRAG und ihren angeschlossenen Wirtschaftsorganisationen, dass wir unsere Europäisierung vorantreiben und darin einen wesentlichen Impuls für unseren Wachstumskurs sehen. Diese Zielsetzung ist alternativlos, auch wenn es innerhalb der EU ebenfalls zur Zeit große Probleme gibt – etwa in Zusammenhang mit der EURO-Stabilität.
Im letzten Jahr hat die ZENTRAG den Ausbau ihrer europäischen Aktivitäten wesentlich vorangetrieben. In den nächsten Jahren sollen mit weiteren Akquisitionen – national wie international - zusätzliche Wachstumsimpulse neben dem organischen Wachstum entstehen. Zur Finanzierung dieser Akquisitionen ist geplant, die jetzige GILDE Beteiligungs GmbH in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Durch die neu gegründete GILDE Service GmbH konnten wir unser Dienstleistungsspektrum effektiv erweitern. Die Gesellschaft bietet den Wirtschaftsorganisationen und anderen Unternehmen eine Vielzahl administrativer Serviceleistungen an, die bereits in Anspruch genommen werden. Durch die Gründung der GILDE Stiftung in 2010 kommt die ZENTRAG-Gruppe verstärkt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach und setzt ganz wesentliche Akzente – auch über die Fleischbranche hinaus. Stiftungszweck ist die Förderung und Unterstützung von Nachwuchskräften sowie die Honorierung außergewöhnlicher Leistungen im Fleischerhandwerk. Die Förderpreise für die besten Ideen zur Nachwuchsgewinnung werden derzeit ausgeschrieben. Eine bedeutende Maßnahme der ZENTRAG-Aktivitäten in 2011 wird die Einführung der Marke GILDE in der Schweiz sein, von der wir uns wesentliche Impulse versprechen. Der Ausbau der GILDE foodservice GmbH wird auch 2011 konsequent fortgesetzt. Zudem werden weitere Serviceleistungen demnächst über das Internet angeboten.
Der Blick in die Zukunft ist auch immer ein Blick zurück – zur Geschäftsentwicklung der ZENTRAG und der Wirtschaftsorganisationen im letzten Jahr: Trotz einer insgesamt unsicheren Wirtschaftslage konnte die ZENTRAG an die Wachstumsschritte der Vergangenheit nahtlos anknüpfen. Insgesamt wurde ein Umsatzvolumen von 283, 6 Mio. Euro erreicht (plus 0,7 Prozent). Besonders erfreulich entwickelt sich das Eigengeschäft mit einem Plus von 4,9 Prozent auf insgesamt 97,4 Mio. Euro. In den Warenbereichen konnten Fleisch (plus 0,6 Prozent), Geflügel (plus 1,9 Prozent) sowie Bedarf (plus 2,6 Prozent) zulegen. Nur der Bereich Lebensmittel musste ein Minus von 0,7 Prozent hinnehmen. Die Geschäftssituation der ZENTRAG war auch 2010 ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung der insgesamt 53 angeschlossenen, genossenschaftlich strukturierten Großhandelsbetrie-be, die auf einen Gesamtumsatz von 764,3 Mio. Euro kamen (Umsatzplus 2,9 Prozent).
Dieses durchaus positive Ergebnis bedeutet auch für 2011: Die Stärken unseres genossenschaftlichen Verbundes müssen von allen Seiten gesehen und aktiv mitgestaltet, ausgebaut werden. Stillstand ist Rückstand – auch für Genossenschaften, die sich in einem hart umkämpften Wettbewerb befinden.
Traditionell war und ist unser Netzwerk zukunftssicher. Diese Zukunft ist aber unkalkulierbarer, unberechenbarer geworden. Deshalb gilt es umso mehr, markt- und kundenkonform zu agieren, neue Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten, unsere Angebote und Dienstleistungen weiter zu modernisieren, noch stärker zu kooperieren. Das handwerkliche Umfeld und die genossenschaftliche Basis bieten dazu einen einmaligen Zusammenhalt – in der Fachkompetenz und in den Interessen.
Diesen konkreten Zusammenhang, diese positive Verkettung gilt es zu sehen – als wesentlichen Wettbewerbsvorteil, als Grundbedingung für zukünftige Geschäftsberichte, die im Plus stehen und nicht im Minus verpasster Chancen.
Anton Wahl
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